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Vom Problem zur Lösung mit Design Thinking

Leonardo da Vinci soll einmal gesagt haben, dass die meisten Probleme bei ihrer Lösung entstehen. Design Thinking macht‘s genau andersrum. Hier entstehen bei der Lösung von Problemen keine weiteren Probleme, sondern neue Ideen. Ganz wichtig dabei: Im Zentrum dieses Prozesses stehen immer die Nutzer*innen. Die Lösung muss aus ihrer Sicht überzeugen – damit sie am Ende noch zufriedener lächeln als die Mona Lisa.

Design Thinking ist keine Methode im klassischen Sinn, sondern vielmehr ein Denkansatz, der auf den Grundprinzipien Team, Raum und Prozess beruht. Was es genau damit auf sich hat, wollen wir im folgenden Artikel mal unter die Lupe nehmen.

Der Ursprung von Design Thinking

Wie der Name schon vermuten lässt, hat Design Thinking mit der Arbeitsweise von Designern zu tun. In den 1960ern fing man an, die spezifischen Arbeitsprozesse von professionellen Designern zu erforschen. Man wollte herausfinden „how designers think“. Denn damals wie heute scheinen sie etwas anders zu machen: irgendwie intuitiver – kreativ und gleichzeitig systematisch. Das bringt zahlreiche Vorteile mit sich, auf die wir gleich eingehen werden.

Entwickler und Vertreter des Design Thinkings, wie wir es heute kennen, sind die drei Stanford-Professoren Larry Leifert, Terry Winograd (Informatiker und Ausbilder von Larry Page, dem Google-Co-Founder) und David Kelley (Gründer der Design- und Innovationsagentur IDEO). Unter dem Namen „Design Thinking Research Symposia“ fand 1991 erstmals eine offizielle Tagung statt. In Deutschland fördert das Hasso-Plattner-Institut seit 2007 die Erforschung und Umsetzung von Design Thinking.

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Design Thinking in aller Kürze

Vereinfach gesagt, hat man sich bei der Entwicklung von Design Thinking also der Sensibilität und der Methoden von Designer*innen bedient und dann darauf aufgebaut, sodass sie auf alle Bereiche angewandt werden können. Es ist ein Ansatz, um Geschäftsmodelle neu zu denken und aus der Perspektive der Nutzer*innen Probleme zu lösen und neue Ideen zu entwickeln. Hier trifft Kreativität auf Geschäftsstrategie und Kundennutzen auf Marktchancen. Am Anfang steht die Innovation, deren Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit in den nächsten Schritten systematisch untersucht wird. Es geht dabei immer darum, die grundlegenden Kernaspekte Nutzen, Umsetzbarkeit und Marktfähigkeit miteinander in Einklang zu bringen.

Kollaboration gehört zum guten Ton

Design Thinking fördert die kollaborative Kreativität und geht dabei oft auch recht unkonventionelle Wege in interdisziplinären Teams. Ausgegangen wird dabei von der Annahme, dass Probleme besser gelöst werden, wenn Menschen unterschiedlicher Disziplinen, Abteilungen und Hierarchieebenen zusammenarbeiten. Das Team verfügt so über ein möglichst breites Wissensspektrum und diverse Lösungskompetenzen. Jedes Teammitglied bringt seine eigene Betrachtungsweise und seine eigenen Erfahrungen mit ein.

In einem Umfeld, das die Kreativität fördert, soll gemeinsam an einer Fragestellung gearbeitet werden. Wie bereits erwähnt, ist es im Zuge dessen besonders wichtig, die Bedürfnisse und Motivationen von Kund*innen beziehungsweise Nutzer*innen im Blick zu haben. Die entwickelten Konzepte werden dann mehrfach geprüft.

Design Thinking – so geht’s!

So weit, so theoretisch. Aber wie genau funktioniert der Design Thinking Prozess? Dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam zufolge, werden dabei sechs Schritte durchlaufen:

  1. Verstehen:

Zu Beginn wird erst einmal das Problem definiert. Alle beteiligten Personen sollten ein gemeinsames Verständnis der Ausgangssituation haben und auf dem gleichen Stand sein.

  1. Beobachten:

Im zweiten Schritt geht es darum, sich in die Kund*innen hineinzuversetzen. Ziel ist es, ihre Bedürfnisse und Prioritäten zu analysieren und zu verstehen. Das geht zum Beispiel mit gezielten Kundenbefragungen.

  1. Standpunkt definieren:

Jetzt werden die Ergebnisse der ersten beiden Schritte erst einmal vereint. Die gesammelten Annahmen und Beobachtungen sind die Basis für die Entwicklung eines konzeptionellen Rahmens. So können jetzt beispielsweise Personas oder Zielgruppen definiert werden.

  1. Ideen finden:

Let the brainstorming begin! Hier ist anfangs alles erlaubt. Jede Idee – egal wie verrückt oder utopisch. Alles wird zusammengetragen. Erst im nächsten Schritt werden die Ideen bewertet und im Hinblick auf Effizienz, Umsetzbarkeit und Wirtschaftlichkeit durchleuchtet. Danach findet eine Priorisierung statt.

  1. Prototyp erstellen:

Die präferierte Idee wird jetzt als Prototyp zu Anschauungszwecken umgesetzt. Hier kann man der Kreativität freien Lauf lassen. Egal ob man mit Post-its, Wireframes oder Storyboards arbeitet – Hauptsache, der/die Kunde/in kann sich anhand des Prototyps die Lösung seines/ihres Problems vorstellen.

  1. Testen:

Jetzt geht es ans Eingemachte. Du stellst deinem/deiner Kunden/in nun den Prototyp vor. Das wichtigste Ziel in dieser Phase ist es, Feedback zu bekommen. Essenziell ist es hier flexibel zu bleiben. Sind die Kund*innen nicht von der Idee überzeugt, wird aus den gewonnenen Einblicken einfach etwas Neues kreiert.

Die Einsatzgebiete von Design Thinking – ein Praxisbeispiel

Design Thinking ist in vielen Bereichen von Vorteil. Auch in jenen, die mit Design im klassischen Sinn recht wenig am Hut haben. Die offene, kreative, aber gleichzeitig systematische Herangehensweise eignet sich für unterschiedliche Fragestellungen und Problembereiche. Es geht immer ums Ausprobieren, Experimentieren und Machen. Ein bekanntes Praxisbeispiel ist etwa Airbnb. Die Anfangsstadien des Erfolgsunternehmens aus Silicon Valley waren nämlich tatsächlich etwas holprig. Manche Anzeigen waren einfach weniger erfolgreich als andere. Mittels Design Thinking Methoden versuchte man, dem Grund auf die Schliche zu kommen. So fand man heraus: Es liegt an den schlechten Fotos. Unprofessionell wirkende Fotos sorgten für weniger Vertrauen bei potenziellen Mieter*innen. Um das Problem zu lösen, wurde ein erfolgreiches Fotografen-Programm gestartet, um Vermieter*innen mit einladenderen Bildern zu supporten. Diese Analyse und Lösung gilt als „Trendwende“ in der Airbnb Geschichte.

Design Thinking bei Learning Digital

Im Kurs erfährst du alles über die Grundlagen des Design-Thinking-Prozesses und bekommst wertvolle Praxismethoden vorgestellt – egal in welcher Branche du tätig bist. Am besten du informierst dich gleich auf unserer Website. Lies außerdem noch gerne unseren Artikel mit Barbara Blenski zum Thema „Design Thinking und Innovations-Ökosysteme„.

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