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Beruf & Karriere Zukunft

Digitale Nomaden

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Werden wir alle zu digitalen Nomaden?

Remote Work und digitale Nomaden, das war vor einigen Jahren eher unter jungen Startups und bei Freiberufler*innen der Kreativszenen verbreitet. Eine der positiven Entwicklungen der aktuellen Lage: das ortsunabhängige Arbeiten ist mittlerweile in fast allen Branchen angekommen. Aber wird das auch so bleiben?

Eines ist sicher: Homeoffice hat die Erkenntnis gebracht, dass Flexibilität beim Arbeitsplatz durchaus eine gute Sache ist und viele Vorteile mit sich bringt. Zum Beispiel den, dass „Home“ in Zukunft nicht unbedingt die eigenen vier Wände sein müssen, sondern auch mal eine Finca auf Mallorca oder eine Hütte in den Bergen sein können.

Solange die Internetverbindung passt, versteht sich. Aber was genau hat es mit den sogenannten „Digitalen Nomaden“ (digital nomads) auf sich? Ist ihre Realität wirklich so idyllisch? Und wie stehen Arbeitgeber*innen wirklich dazu? Wir wollen diesen Fragen hier mal nachgehen.

Nie wieder Rushhour!

Fast alle, die in der Stadt wohnen, kennen dieses Szenario, das sich unter der Woche zweimal täglich abspielt: zum Bersten volle S-Bahnen, Staus auf den Straßen, gemischt mit lautem Hupen und vereinzeltem Gebrüll. Willkommen in den Stoßzeiten! Da wo alles hektisch, gestresst und angespannt zugeht. Der Gegenentwurf: digitales Nomadentum.

Dabei kann man selbst bestimmen, wann es wohin geht. Digitale Nomaden, sind Angestellte und Freiberufler*innen, die ausschließlich digitale Technologien anwenden, um ihre Arbeit zu verrichten und zugleich ein eher ortsunabhängiges beziehungsweise multilokales Leben führen. Dass vor allem die Online-Marketingbranche hier Vorreiter war, verwundert nicht. Kaum eine andere Branche kann so unproblematisch über Werbeplattformen Zugriffsrechte vergeben, Freigaben erteilen oder Reportings versenden. Stetiges Testen, Tracken und Optimieren gehört zu den Kernaufgaben, die komplett online ablaufen.

Ergebnisse statt Anwesenheit

Antworten zu haben auf Fragen wie „Wird der Mediaplan pünktlich fertig?“ „Ist die Kampagne live?“ „Wie viele neue Kunden haben wir gewonnen?“, ist wichtiger als Tag für Tag zwischen 9 und 18 Uhr am Schreibtisch zu sitzen. Natürlich sollte man zu den Kernarbeitszeiten erreichbar sein und Meetings durchführen können – auch wenn man in einer anderen Zeitzone sitzt. Aber ist das gegeben, haben moderne Arbeitgeber*innen nur selten Einwände, wenn das Büro für gewisse Zeit ein Airbnb ist. Die Leistung muss stimmen – das ist das Wichtigste. Alles andere ist eine Frage der (Selbst-)Organisation. Denn damit das mit der dezentralen Arbeit auch so richtig flutscht, bedarf es hoher Selbstdisziplin und eines straffen Zeitmanagements.

Die neue Freiheit für digitale Nomaden

Die zündende Idee für den Pitch fehlt? Oder das Nachmittagstief hat einen voll erwischt? Dann kann es viel ergiebiger sein, fix eine Runde joggen zu gehen oder etwas Musik zu hören und im Anschluss weiterzumachen. Einfach effizient. Anstatt pseudobeschäftigt am PC zu tippen und sich verstohlen nach dem Chef umzugucken, wie das in klassischen Büros so oft der Fall ist.

In seinem Buch „Zurück an die Arbeit“ vertritt der Wirtschaftsautor Lars Vollmer die These, dass die starren Strukturen innerhalb von Organisationen zu Schauspiel und Zeitverschwendung führen. Ein Theater, für das im Homeoffice das Publikum fehlt. Laut dieser These ist das selbstständige, ortsunabhängige Arbeiten um einiges effektiver.


Was bringt die Zukunft?

Um noch einmal auf das Berufsfeld des Online Marketings zurückzukommen: hier sind von den aktuell knapp 40.000 offenen Stellen ein signifikanter Teil auch im Homeoffice möglich. Eine Entwicklung, die so schnell nicht abreißen dürfte. Eine Studie des Fraunhofer Instituts vom Februar 2021 hat außerdem ergeben, dass 71% (2020: 42%) der befragten Unternehmen es Mitarbeiter:innen ermöglichen wollen, zukünftig im Homeoffice zu arbeiten. Als Hauptgrund dürfte vor allem die gestiegene Produktivität verantwortlich sein. Lediglich 0,5% spüren starke Einschränkungen, während 30% melden, dass die Produktivität gestiegen sei.

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