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Im Schlaf lernen

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Die Wirksamkeit von Schlaf

Mit Schlafexpertin Anja Mönnich

Schlaf ist so wichtig – dass besagen und belegen viele Studien aus dem Bereich der Schlafforschung, in denen die Wirksamkeit von Schlaf auf Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit untersucht wurden. Leider schlafen wir alle zu wenig. So hat das Wissenschaftsmagazin der Uni Bern festgestellt, dass eine durchschnittliche Schlafdauer in den industrialisierten Ländern im letzten Jahrhundert um ungefähr 2,5 Stunden auf weniger als sieben Stunden pro Nacht gesunken ist. Die Nachtruhe wird immer mehr diskutiert, wenn es um Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden geht.

Die unausgeschlafene Gesellschaft

Unsere Gesellschaft ist zu einer unausgeschlafenen Gesellschaft geworden, viel schlimmer: wir sind chronisch unausgeschlafen. Vor allem der Sekundenschlaf führt oft zu Unfällen auf Deutschlands Straßen und ist somit sogar häufiger Ursache für Verkehrsunfälle als Alkohol am Steuer (Studie deutscher Verkehrssicherheit Rat und Gesellschaft für Schlafforschung).

Darüber hinaus sind unausgeschlafene Arbeitnehmer*innen für die Wirtschaft nicht förderlich. Denn aufgrund von Schlafstörungen fehlen Mitarbeiter*innen häufiger am Arbeitsplatz als diejenigen, die gut schlafen.

Zu wenig Schlaf bringt uns um

Anja Mönnich ist Coach und Therapeutin für Schlafstörungen. Sie selbst war betroffen und nahm sich diesem Thema immer mehr an. Eins ihrer Lieblingsbücher ist das von Professor Matthew Walker von der renommierten Berkley University in Kalifornien.

Er sagt, dass Schlafmangel „Auswirkungen auf jeden Aspekt“ unseres Körpers hat und schwere Krankheiten zur Folge haben kann – zu wenig Schlaf bringt uns um! Seine Forschungen belegen, dass Schlafmangel Krebs, Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfällen, Alzheimer, Fettleibigkeit, schlechte mentale Verfassung und andere Gesundheitsprobleme begünstigt.

Man mag Amazon Chef Jeff Bezos mögen oder nicht, aber er hat die Wichtigkeit von Schlaf verstanden und sagte über seinen Schlaf, dass er für seine Aktionäre gut sei, wenn er Acht-Stunden-Schlaf bekomme (aus dem Buch „Schlaf wirkt Wunder, Dr. Hans-Günter Wees, 2018, Droemer).

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Lernen und Schlaf gehören zusammen

Doch warum ist Schlaf nun so wichtig, insbesondere für das Lernen? Prof. Matthew Walker hierzu: „Schlafen ist das allerbeste Mittel für die Gesundheit unseres Gehirns und unseres Körpers – die stärkste Waffe von Mutter Natur“.

Denn wer schläft, kann erst richtig verarbeiten. Das Gehirn wiederholt im Schlaf das Erlernte und das, was wir erfahren haben. Vernetzte Schaltkreise feuern im Schlaf genauso wie während des Lernens. Der Lernstoff wird so immer und immer wieder durch die Bahnen des Gehirns geleitet, sodass sich die Leitungsbahnen „einschleifen“ und verfestigen. Selbst ungelöste Fragen versucht das Gehirn offenbar im Schlaf zu lösen.

Im Schlaf lernen

Prof. Dr. Zuley, einer der führenden deutschen Schlafforscher weiß: „Wer für eine Prüfung (…) lernen muss, tut gut daran, anschließend zu schlafen, egal ob in der Nacht oder am Tag.(…) Denn danach kann das Gehirn das vorher Gelernte besser wiedergeben als ohne Schlaf.“ (aus seinem Buch: Mein Buch vom guten Schlaf, 2010, Goldmann Verlag)

Lernen und Schlafen – das gehört zusammen. Denn laut einer Studie kann sogar schon ein Nickerchen helfen, sich das Erlernte besser zu merken. Und noch besser arbeitet das Gehirn, wenn es die Inhalte im Schlaf erneut hört.

Und Bernhard Staresina von der britischen Birmingham Universität erklärt: „Wenn man unmittelbar nach einer intensiven Lerneinheit ein Nickerchen einlegt, scheint es die Gedächtnisspur nicht nur nach dem Schlaf zu verbessern, sondern das Lernen im Schlaf auch mit Vokabeln und anderem Lernstoff funktioniert. Auch hier versucht das Gehirn zu assoziieren und das neue Wissen in Bekanntes einzubetten und damit zu verknüpfen.“

Neue Erinnerungen schaffen

Wer zu wenig Schlaf bekommt, der hindert sein Gehirn daran, effektiv neue Erinnerungen zu schaffen. Und Schlafmangel erschwert nicht nur die Bildung neuer Erinnerungen, sondern wird auch mit länger anhaltenden Gedächtnisproblemen in Verbindung gebracht. Wer wenig schläft, verstärkt die Entwicklung des toxischen Proteins namens Beta-Amyloid, welches mit Alzheimer-Erkrankungen in Verbindung gebracht wird.

Besser schlafen

Doch wie schlafe ich besser? Oft fängt guter Schlaf schon damit an, keine elektronischen Geräte mehr vor dem Einschlafen zu nutzen. Denn das blaue Licht von Handy, Tablet & Co. bringt unseren Körper durcheinander wie wissenschaftliche Studien gezeigt habe. Durch das blaue Licht, was mit Tageslicht gleichgesetzt wird und darüber hinaus nicht immer mit unserem Auge wahrgenommen wird, produziert der Körper weniger das Schlafhormon Melatonin. Die Helligkeit des elektronischen Geräts sorgt dafür, dass die Zirbeldrüse das Hormon nicht ausschütten kann, denn erst bei Dunkelheit geschieht dies.

Blaues Licht meiden

Wer sich abends zwei Stunden lang dem blauen Licht aussetzt, zum Beispiel, weil er noch am Rechner lernt, verschiebt seinen Melatonin Ausstoß und verändert die innere Uhr des Menschen und diese Auswirkungen können je nach Lichtfrequenz variieren.

Daher sollte man vor dem Schlafen gehen sein elektronisches Gerät beiseitelegen oder aber Geräte mit sogenannten Blaufiltern nutzen. Der Modus wird oft Nachtmodus genannt und kann per Timer oder Schieberegler angepasst werden. Darüber hinaus gibt es sogar Blaufilter Brillen, die den gleichen Effekt haben.

Hilfe bei Schlafstörungen

Wer unter Schlafproblemen leidet, kann Anja Mönnich, Coach und Therapeutin für Schlafstörungen kontaktieren. Sie findet zusammen mit ihren Klient*innen heraus, was den Schlafstörungen zugrunde liegt. Aus ihrer Erfahrung ist es oft das Thema „sich nicht ausreichend in Sicherheit zu fühlen“.

Anja Mönnich verfügt über viel Erfahrung und Wissen, wie man in den erholsamen Schlaf zurückfindet und morgens wieder voller Energie in den Tag startet.

Wer etwas Gutes für seine Gesundheit, seine Leistungsfähigkeit und sein Wohlbefinden tun möchte, sollte für guten Schlaf sorgen. Und ganz sicher macht es sich früher oder später in den Prüfungsnoten bemerkbar, wenn man neben dem fleißigen Lernen sehr gut geschlafen hat, ausgeruht und konzentriert in die Prüfungen geht.

Infos zu Anja Mönnich:

www.wingwave-moennich.de
www.schlafprobleme-heilen.de

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